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Heizpilz oder Infrarot Heizstrahler?

Infrarot Heizstrahler
Infrarot Heizstrahler

Wenn Bereiche geheizt werden sollen, bei denen herkömmliche Konvektionsheizungen – Das sind Heizkörper, die langsam die Umgebungsluft erwärmen – nicht in Frage kommen, gibt es eigentlich nur zwei mögliche Alternativen: nämlich den ursprünglich aus Schweden stammenden Heizpilz und die sogenannten Infrarotstrahler. Beide funktionieren von Grund auf verschieden, eignen sich aber hervorragend für Terrassen, Balkone und Gärten, die auch im Winter genutzt werden sollen. Doch, wo liegen die Vor- und Nachteile der Geräte, geht von ihnen sogar wohlmöglich eine Gefahr aus und für welchen Einsatzzweck sind sie am besten geeignet?

So funktioniert der Heizpilz

Früher funktionierten die Geräte ausschließlich mit Gas. Über eine handelsübliche Gaskartusche wurde ein Brenner befeuert, der den nach oben steigenden Brennstoff mit Hilfe von Piezo-Zündern entzündete und damit ein hohes Maß an Wärmeenergie innerhalb kürzester Zeit erzeugt. Der größte Unterschied zur normalen Heizung ist dabei die hohe Leistung:

Bis zu 14.000 Watt werden innerhalb einer Stunde in Wärmeenergie umgesetzt, normale Heizkörper haben eine Leistung von etwa 3000 Watt. Zudem wird durch den Gasstrom die warme Luft förmlich vom Heizpilz weggeblasen und kann sich in der unmittelbaren Umgebung gut verteilen.

 HeizpilzInfrarot Heizstrahler
FotoHeizpilz BrennerInfrarot Heizstrahler
FunktionsweiseGas / Prupangaselektrisch
Wärmekonvektionstrahlungswärme
MobilitätJa, durch RollenNein, da fest montiert

Vor- und Nachteile des Heizpilz

HeizpilzDer größte Vorteil des Heizpilz ist seine außerordentlich gute Heizleistung. Bereits wenige Sekunden nach dem Einschalten verteilt sich die wohlige Wärme um das Gerät und kann dort sogar konstant gehalten werden, so lange die Gaskartusche gefüllt ist. Zudem ist er relativ flexibel, wenn es um den Einsatzort und die Anschlussmöglichkeiten geht, denn die genutzten Propangasbehälter kommen auch beim Camping zum Einsatz und lassen sich beinahe überall nachkaufen.

Im Gegensatz dazu steht allerdings der Verbrauch: Etwa 1 Kilogramm Propangas verbraucht ein herkömmlicher Heizpilz, eine große Flasche reicht also gerade einmal 12 Stunden. Ein weiterer Nachteil ist die äußerst schlechte Energieeffizienz, denn das genutzte Medium – die Umgebungsluft – ist ein schlechter Überträger von Wärmeenergie und funktioniert nur, weil der Heizpilz die Atome so schnell zum Schwingen bringt.

Gefahrenpotential des Heizpilz

Trotz seiner Beliebtheit bei Balkon- und Terrassenfreunden hat der Heizpilz schon seit Jahren einen schlechten Ruf. Und das nicht ganz zu Unrecht. In einigen Städten – Stuttgart, Nürnberg, Teile von Hamburg – sind Heizpilze zumindest für den kommerziellen Gastronomiebetrieb wegen ihrer schlechten Umweltbilanz verboten. Für private Räumlichkeiten gilt dies jedoch selbstverständlich nicht. Das Gefahrenpotential des Heizpilz liegt hauptsächlich beim Gasbetrieb.

Theoretisch können Wind und Wetter dazu führen, das schlecht gesicherte Heizpilze umkippen können und so eine Brandgefahr darstellen. In der Praxis verfügen aber beinahe alle in Deutschland verkauften Geräte über eine Sicherheitsschaltung, die den Gasfluss bei Kippgefahr sofort abschaltet.

Wesentlich realer ist da schon die Gefahr der schlechten Umweltbilanz, denn ein einzelner schlecht oder kaum optimierter Heizpilz stößt im Jahr bis zu 4 Tonnen Kohlendioxid – Das Gas, von dem man vermutet, es sei für den Treibhauseffekt verantwortlich – in die Atmosphäre. Ähnlich viel wie ein Kleinwagen oder ein Niedrigenergie-Haus.

Der Heizpilz – Auf einen Blick:

  • Hohe Flexibilität durch Verwendung von standartisierten Gaskartuschen
  • elativ kostengünstiger Anschaffungspreis (für Privatpersonen)
  • Gute Heizleistung und Anlaufgeschwindigkeit
  • Ordentliche Wärmeverteilung
  • Hoher Gasverbrauch
  • Mögliches Gefahrenpotential bei Umkippen (nicht abgesicherte Geräte)
  • Schlechte Umweltbilanz

So funktioniert der Infrarot Heizstrahler

Im Gegensatz zur konventionellen Heizung erwärmt der Infrarot Heizstrahler nicht die Umgebungsluft, sondern sendet hochfrequente und für den Menschen nicht sichtbare Infrarot-Strahlung aus, welche die Objekte, auf die sie trifft, direkt auf atomarer Ebene erwärmt.

Durch diese, direkte Erwärmung wird kaum Energie an die Umgebungsluft abgegeben, die durch die Wärme aufsteigen und damit ungenutzt werden würde.
Heatscope Infrarot Heizstrahler
Heatscope Infrarot Heizstrahler

Wie Heizpilze können auch Infrarot Heizstrahler mit Gas (überwiegend Propan, im stationären Einsatz auch Erdgas) betrieben werden, wobei der Brennstoff hier nicht direkt zur Erzeugung der schließlich genutzten Wärmeenergie genutzt wird, sondern indirekte Medien (Keramikplatten, Strahlrohre) erhitzt werden, die dann ihre Wärmestrahlung weitergeben. Unterschieden wird zwischen sogenannten „Hellstrahlern“ und „Dunkelstrahlern“. Bei Ersteren ist der Umwandlungsprozess durch die Perforation der Keramikplatten sichtbar, während dieser Prozess bei Letzteren außerhalb des vom Anwender sichtbaren Bereichs stattfindet.

Vor- und Nachteile des Infrarot Heizstrahlers

Die Vorteile des Infrarot-Heizstrahlers liegen in der zugrunde liegenden Technik, denn durch die Infrarot-Strahlung wird die Umgebungsluft nur sekundär erwärmt, wodurch sich die Geräte hervorragend für den Außeneinsatz eignen. Ein kleiner Nachteil ist die im Vergleich zum Heizpilz etwas geringere Heizreichweite und der meist kegelförmige statt sphärische Heizbereich.

Zudem ist der Unterschied zwischen der „gefühlten“ Wärme und der Umgebungstemperatur niedriger als bei Konkurrenzprodukten, im Regelfall empfindet man einen Unterschied von 2 bis 3°C. Die Nase vorn hat der Infrarot Heizstrahler beim Energieverbrauch: Ob Elektro oder Gas, mit etwa 2400 Watt liegen Leistung und Verbrauch bei fast gleicher Wärmeleistung deutlich unter dem Niveau von Heizpilzen und sogar knapp unter konventionellen Heizungen.

Gefahrenpotential des Infrarot Heizstrahlers

Sowohl im Gas- als auch im Elektrobetrieb sollte das Gefahrenpotential der Infrarot-Strahlung nicht unterschätzt werden, denn so wie sie wohlige Wärme durch Eindringen in unsere Haut erzeugt, funktioniert dies auch mit anderen Gegenständen, weswegen ein großzügiger Sicherheitsabstand zwischen Wänden, Decke und beispielsweise brennbaren Möbelstücken erforderlich ist.

Wie beim Heizpilz besteht auch beim Infrarot Strahler die theoretische Brandgefahr beim Umkippen im Gasbetrieb. Auch hier haben die Hersteller aber schon lange reagiert und eine entsprechende Sicherheitsschaltung eingebaut. Ein echtes Highlight ist die Umweltbilanz der Geräte: Stickoxide sind kaum nachweisbar, Kohlenmonoxide liegen weit unter den per Gesetz vorgeschriebenen Grenzwerten.

Der Infrarot Heizstrahler – Auf einen Blick:
  • Sehr flexibel durch Strom- und Gasbetrieb
  • Äußerst Energieeffizient
  • Gute Umweltbilanz
  • Kleiner Wärmebereich (kann durch Reflektoren verbessert werden)
  • Durchschnittliche Reichweite (bedingt durch genutzte Technologie)
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